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Istanbul


Istanbul
, Stadt auf zwei Kontinenten.

Zum dritten Mal komme ich nun nach Istanbul, ein gutes Gefühl erfasst mich bei dem Gedanken. Die Stadt die mit ihrem hektischen Treiben auf dem Bazar soviel Lebendigkeit ausstrahlt und gleichzeitig auch in den kleinen Cafes in Beyoğlu soviel  Entspannung bietet. Der Stadtteil Sutanahmet mit den beeindruckenden Bauwerken wie Hagia Sofia und der Blauen Moschee. Und natürlich der Bosporus, an dessen Ufer sich stundenlang verweilen lässt. Alles in allem eine Stadt die eine unheimliche
Faszination erzeugt und
mich jedes Mal in ihren Bann nimmt

 Stadtverker in Eminönü
Aber bevor ich dort bin heißt es erst mal hinkommen! Aus den vorherigen Besuchen weiß ich, dass der Verkehr in Istanbul absolut chaotisch ist und zur Rushhour gar nichts mehr geht - die h&z-ler wissen denke ich von was ich rede ;-). Daher fasse ich den Entschluss sonntagabends noch durchzufahren bis ins Zentrum und dort zu übernachten. 30 Km vor Istanbul nimmt der Verkehr schlagartig zu bis er an der Stadtgrenze schon zum Stocken kommt. Der türkische Autofahrer im Allgemeinen hält ein Motorrad erst mal für ein Verkehrshindernis das es möglichst aus dem Weg zu räumen gilt. Also nicht wundern sondern höllisch aufpassen! Der Innenstadtverkehr ist mörderisch, Taxifahrer - und es gibt jede Menge Taxis in Istanbul - kämpfen um jeden Meter. Und wehe du fährst nicht schon los wenn die Ampel auf grün schaltet.

Von meinem ersten Besuch in Istanbul kenne ich das Hotel Vila Zurich in Beyoğlu in der nähe des Taksim Platzes. Das Hotel liegt oben am Hügel und von der Dachterrasse hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Eigentlich liegt der Zimmerpreis über meinem Spesensatz aber weil ich bis auf die Knochen durchgefroren bin und weil das deutsche Konsulat gleich um die Ecke ist und weil ich gerne dort bin steure ich das Hotel an. Es ist ca. 22:00 Uhr als ich den Aurelius durch die engen und steilen Gassen von Beyoğlu manövriere. An der Rezeption herzliches willkommen, „Klar haben wir noch ein Zimmer“. Das ist eigentlich teurer aber so von Motorradfahrer zu Motorradfahrer - mit Verweis auf eine 250er Suzuki die vor der Tür parkt - gibt's einen Freundschaftspreis. Nichts wie rauf und - oh dem Himmel sei Dank - eine Badewanne mit Whirlpool. Na da ist die Welt doch voll in Ordnung. Galataturm 

Maisbräter Tag drauf Besuch im deutschen Konsulat. Jetzt habe ich da so eine Traumvorstellung, weiß ja nicht ob ich da der Einzige bin. Ihr kennt sicher die typische Szene aus den Hollywoodschinken wo ein im Ausland ausgeraubter, verschleppter oder sonst wie misshandelter Amerikaner mit letzter Kraft um die Ecke biegt und dann – ja, das "star sprangled banner" über der US- Botschaft als alles erlösendes Zeichen flattert. Nun auch als deutscher Bundesbürger nimmt man ja nur äußerst selten Kontakt mit einer Vertretung der Republik im Ausland auf und daher war das mein erstes Mal. Entsprechend verklärt war der Blick. Keine Sorge, jetzt ist er's nicht mehr! Also die Illusion wurde mir ruck zuck ohne Betäubung entfernt. Ehrlich, ich war echt bis ins Mark erschüttert mit welcher Gleichgültigkeit und wie Abweisend mir dort begegnet wurde. Daher noch mal recherchiert und siehe da, im HUBB eine Quelle gefunden die zuverlässig berichtet „Visas für Syrien sind direkt an der Grenze zu haben“. Na also, nur schade um die Zeit. O.k. für diejenigen die sich jetzt fragen: "Was wollte er eigentlich auf dem deutschen Konsulat wenn er ein Visum für Syrien braucht?" Hier die Antwort: das syrische Konsulat in Istanbul will für die Ausstellung eines Visa ein Empfehlungsschreiben (!?!) des deutschen Konsulats haben.

Kurz durchatmen und dann den Tag genießen und in Istanbul verweilen. Zum flanieren ist es leider zu regnerisch aber um gemütlich in den Cafes zu sitzen ist es ideal. Vom Taksim Platz mache ich mich auf den Weg zum Galata Turm. Ohne dabei sehr schnell noch den kürzesten Weg einschlagend unterwegs zu sein. Hier ein Tee dort ein Kaffee und jede Menge Baklava, der Kalorienzähler wird heute mal nicht ausgepackt, dafür sind die kleinen Teilchen einfach zu lecker.
 

Abends sitze ich in dem kleinen Restaurant um die Ecke bei Oliven und Rotwein - ja hier kann man's aushalten.
Solltet ihr euch mal nach Istanbul aufmachen,  was ich euch unbedingt empfehlen kann, dann lege ich euch die Villa Zurich wirklich ans Herz. Fragt nach Zimmer 302 (202, 402, 502 sind wahrscheinlich identisch, das kostet vielleicht 10 Euro mehr aber das ist es Wert.
Und wenn ihr dann abends im Lokal an der Straße sitzt und ein kleines schwarzes Kätzchen um eure Füße schlängelt, sich auf euren Schoß hockt, gemütlich schnurrt und mit der Pfote anfängt an eurem Weinglas zu spielen, dann ist das wahrscheinlich Leila-Shade.
 

 Straßenecke Mittwoch breche ich auf, kann es mir aber einfach nicht nehmen lassen noch mal über die Galatabrücke rüber nach Sultanahmet zu fahren und den Augenblick der herrlichen Atmosphäre zu genießen. Also alles aufgepackt, großes Verabschiedungszeremoniell, der Geschäftsführer vom Hotel übergibt mir seine Karte - falls es Probleme gibt, einfach anrufen!

Dann rein in den Verkehr, mittlerweile kann ich das Hupen ganz gut ignorieren. Baustelle auf der Hauptstraße, Umleitung durchs Geschäfts- und Marktviertel, jetzt wird's haarig. Der Ausblick oben auf dem Platz vor der blauen Moschee ist es Wert. Blaue Moschee

Hagia Sofia

Auf der Fähre Ich fahre noch ein Stück entlang der alten Stadtmauer am Bosporus und überlege wie ich auf den asiatischen Teil übersetzte. Entweder über die Bosporus Brücke, von wo aus man mit Sicherheit einen sehr schönen Blick von oben auf die Stadt hat oder mit der Fähre. Ich entscheide mich für die Fähre, es ist einfach ursprünglicher und ich kann die Zeit der Überfahrt besser genießen und bewusst Abschied von der Stadt und von Europa nehmen.
Eminönü Blick zurück auf das Goldene Horn
Üskudar Vor mir liegt der asiatische Teil
   




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